"... sicher haben Sie schon einmal kalkuliert, was ein funktionierendes Ideenmanagement in Ihrem Unternehmen für ein Potenzial haben könnte [Ja, habe ich. Schliesslich bin ich seit über 6 Jahren Ideenmanager.]
"... für Ihr Unternehmen eröffnet sich ein betriebswirtschaftliches Potenzial aus dem Ideenmanagement in Höhe von über 462 Mio. EUR." [Danke dib. Da wird die Beratungsfirma froh sein, das nicht selbst erheben zu müssen.]
Mit diesem Text erhalte ich ein Schreiben der ILTIS GmbH [Übrigens, in meinem Team bin ich nicht der einzige, dem dieses Schreiben zugestellt wird.]
Der Absender beschreibt zudem einige Beispiele, die dafür verantwortlich sind, dass wir statt 462 Mio. EUR im 2008 nur 6 Mio. CHF erwirtschaftet haben:
- Ideen würden verwaltet und Gestaltungspotenzial werde bei Einreichung eingeschränkt
- Liegezeiten der Idee seien zu lange
- die Führung definiere Ideen als Kritik, die Anonymität sei nicht ausreichend gewahrt
- das Prämiensystem sei zu kompliziert und wenig attraktiv
Zugegeben, das Schreiben hat zumindest die richtige Abteilung im Unternehmen gefunden. Allerdings ist das nicht die Unterstützung, die mich weiterbringt. Erstens sind die obigen Beispiele allgemein bekannte Hindernisse, die aus der Ideenmanagement Literatur entnommen werden können oder auch in Diskussionen un-engagierter IdeenmanagerInnen zu hören sind. Sie widerspiegeln wenig Nähe zur Praxis. Gerne kommentiere ich kurz das Ideenmanagement bei uns bezüglich der vier obigen Punkte.
- "Alles was der Post einen Nutzen bringt ist eine Idee" lautet die einfache uneingeschränkte Ideendefinition und der Zugang zum Ideensystem ist unter den 9 Top-Links im Intranet prominent platziert - also keine Einschränkung bei Einreichung.
- Einverstanden, mit ca. 60 Tagen dauert die durchschnittliche Durchlaufzeit lange. Andererseits widerspiegelt sie die Kultur in einem Traditionsunternehmen gut und verglichen mit anderen Aktivitäten und Projekten, kann ich damit leben. Immerhin schliessen wir jährlich ca. gleich viele Ideen ab, wie eingereicht werden.
- Die Führung nutzt das Ideenmanagement nicht, um ihre gesetzten Ziele zu erreichen. Die Führung muss verstehen, dass Ideen Holschuld sind. Dies zu vermitteln ist wichtiger, als die Führung in ihrer Wahrnehmung belehren zu wollen. Bezüglich Anonymität gibt es zu bemerken, dass nicht offen und transparentes Ideenmanagement möglich ist, wenn Anonymität zugelassen wird.
- CHF 100'000 zu kassieren erachte ich als attraktiv und auch die Einfachheit ist bei uns gegeben: Bis CHF 2'500.- Einsparungen gibt es jeweils einen fixen Betrag, was darüber liegt wird mit 20 % der Erstjahreseinsparung prämiert. Zudem ist in der Abstufung 100-, 50- und 0-prozentige Zuständigkeit zu definieren. Das ist alles.
"Sie erhalten ein Management-Summary mit der Bewertung der Optimierungspotenziale." lautet das Angebot im obenerwähnten Schreiben schliesslich. Da ich aufmerksam genug war, habe ich auch den Briefkopf gelesen: "Damit aus Strategien Handeln wird".
Was ich von einer Kontaktaufnahme der ILTIS GmbH erwartet hätte, ist ein ernsthaftes Interesse am Thema Ideenmanagement in meinem Unternehmen, die Bereitschaft zu einem engagierten Dialog und schliesslich den Ausweis, dass aus Strategien tatsächlich Handeln wird.
Die ILTIS GmbH hätte sich mindestens ein Schreiben sparen können und in der Akquisition sehe ich durchaus Potential - vielleicht hätte sie ein Ideenmanagement oder die Beratung dazu nötig?!
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Montag, 30. März 2009
Montag, 29. September 2008
"Tu-es-einfach!"-Mentalität
Fragt Google je um Erlaubnis, ob eine Initiative gestartet werden soll oder nicht? Nein! Google tuts einfach!
Ideenmanager und ihre Abteilungen sollten viel mehr von dieser "Tu es einfach!"-Mentalität lernen. Kritik (siehe Kommentare zum Video) rasselts auch bei Google. Werte sie in deinem Unternehmen als Kompliment, sofern deine konstruktiven, ideenmanagement-inspirierten Aktivitäten kritisiert werden und nutze das daraus resultierende Interesse.
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